„SweetNothingSweet“

bis 25.10. Abtsgmünd-Untergröningen, Schloss

Eigentlich war es zu erwarten, denn selten sah man Besucher*innen einer Kunstausstellung mit derart guter Laune, fröhlichem Lachen und Begeisterung von dannen ziehen – und manche immer wieder kommen. Und selten lockte eine Ausstellung mit einer derart genialen Mischung aus Kunst auf höchstem Niveau, Unterhaltung und Staunen: Renommierte Künstler*innen, die sonst auf der ART Basel, ART Karlsruhe oder ART Miami zu sehen sind, treffen hier auf Orte blanker Faszination, wie das „Candyland“, das „Tinyhouse 2.0“ oder den „Konsumtempel“ zwischen riesigen Kaugummis. Und das alles in der, wie es ein Besucher formulierte, „vermutlich leckersten Kunstausstellung der Welt“, die verlängert wurde bis zum 25. Oktober.
Die finale Runde läuft also und noch immer ist es lecker im Schloss Untergröningen, es ist sweet, bunt, überbordend – und gleichzeitig eben auch nicht: Bereits der Ausstellungstitel verheißt die Ambivalenz, die dem Begriff „sweet“ (süß) innewohnt. Denn das süße Nichts birgt zahlreiche Polaritäten: von Genuss zu Gesundheitsschädigung, von Verführung bis Sucht. Süß kann glücklich machen – oder gefährlich werden; kann Paradies sein oder Intensivstation, Adipositas oder Magersucht. Und kann gewaltig Eindruck machen: Muffins, Cupcakes, Torten und Gummibärchen auf Bildern, Fenstern gar, ein Haus aus Naschwerk, ein „Candyland“. Der heute unbegrenzte Zugang zu Süßem schuf wesentlich den modernen Menschen der Überflussgesellschaft: „Sweet“ ist das Lockmittel und zugleich das Lebensgefühl der aktuellen Generationen, die mehr als genug haben. Überangebot, Überkonsum, das süße Nichtstun – wo läuft die Grenze zwischen „sweet“ und „nothing sweet“? Wann wird aus Wohlstand Krankheit? Kuratorin Heidi Hahn trifft dabei voll den Nerv – aktueller könnte die Thematik nicht sein.

Info: www.kiss-untergroeningen.de, Eintritt: 5,-- €
Abverkauf: Die zahlreichen kleinen bis riesigen Dekorationsartikel, v.a. aus dem „Candyland“, können am 17.10. fest reserviert (14.00 bis 18.00 Uhr) und am 25.10. ab 18.00 Uhr abgeholt werden; eine Liste dazu kann online eingesehen werden
Finissage: 25.10. ab 15.00 Uhr – mit FIN-ALE, dem kleinen KISS-Bier zum großen Abschied, und einem letzter Rundgang durch die Ausstellung mit Kuratorin Heidi Hahn und anwesenden Künstlern
Öffnungszeiten:
Sa. 14.00 bis 18.00 Uhr
So./Ft. 11.00 bis 18.00 Uhr


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