„Fotokunst!“ - Eine kurze Geschichte der Fotokunst präsentiert anhand von Werken aus der Sammlung

bis 18.10. Heidenheim, Kunstmuseum

Die Ausstellung gibt anhand der Fotokunst-Sammlung des Kunstmuseums Heidenheim einen Einblick in den Umgang von Künstler*innen mit dem Medium der Fotografie im 20. Jahrhundert.
Während traditionelle Künstler das neue Medium zunächst weitgehend ignorieren, wenden sich erst die Künstler der Avantgarde zu Beginn der 1920er-Jahre dem neuen Medium begeistert zu und entwickeln das Neue Sehen. Mit dem Fotoapparat entdecken sie abstrakte Formen in der äußeren Wirklichkeit oder schaffen abstrakte Fotografien im Fotoatelier bzw. in der Dunkelkammer (Laszlo Moholy-Nagy, Christian Schad). Daneben entwickeln sie fotografische Versionen avantgardistischer Stile wie Dadaismus und Surrealismus (Denis Bellon, Ubac, Wols). Als Reaktion auf das Neue Sehen entsteht Ende der 1920er-Jahre die Fotografie der Neuen Sachlichkeit. Diese legt – wie die amerikanische Straight Photography – Wert auf überlegte Motivauswahl, Abbildpräzision, Tiefenräumlichkeit und Plastizität und prägt damit bis heute das Bild von guter, professioneller Fotografie (Edward Weston, Alfred Renger-Patzsch).
Als junge Künstler*innen in den 1960er-Jahren neue Kunstformen wie temporäre Happenings und Land Art-Projekte realisieren, nutzen sie den Fotoapparat zur Dokumentation ihrer Projekte und präsentieren ihre Aufnahmen anschließend in Galerien. Damit wird das fotografische Bild als neue Kunstform geboren, die in den folgenden beiden Jahrzehnten ganz neue fotokünstlerische Strategien wie Rollenspiele (Cindy Sherman), die Appropriation Art (Hans-Peter Feldmann), die künstlerische Fotografie des Intimen (Nan Goldin) und des Objektiven (Bernd und Hilla Becher und die Becher-Schule) hervorbringt.
Heute ist die Fotografie für junge Künstler*innen ein Medium, das sie gleichrangig neben klassischen Medien wie Malerei und Zeichnung einsetzen. Dabei entwickeln sie einerseits die zeitgenössischen Fotokunststile weiter, andererseits vermischen sie unterschiedliche Medien zu neuen, hybriden Formen.

Info: www.kunstmuseum-heidenheim.de
Öffnungszeiten:
Di. bis So./Ft. 11.00 bis 17.00 Uhr
Mi. 13.00 bis 19.00 Uhr


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