„Der Konservatismus. Eine Definition aus historischer Sicht“ - Vortrag von Prof. Dr. Thomas Biebricher

13.01. Gschwend, Bilderhaus

Das weltweite Erstarken rechtsgerichteter Parteien und Bewegungen wurde nicht erst im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie besonders augenfällig. Schon in den Jahren zuvor zeigte sich in einer Reihe europäischer Staaten, in Italien, Ungarn, in Polen, aber auch in den USA, dass sich autoritätsfixiertes politisches Denken zusehends ausbreitet. Starke Männer scheinen Konjunktur zu haben. Aber kann man im Zusammenhang mit dieser Entwicklung, mit dem Erstarken rechtspopulistischer politischer Kräfte, von einer Konkurrenz zwischen Konservativen und Rechtsextremen sprechen? Es empfiehlt sich also, den ideengeschichtlichen Grundlagen dieser Entwicklung nachzuspüren und einen genaueren Blick auf die Historie des Konservatismus zu werfen. Was heißt konservativ? Wie hat sich der Konservatismus im Laufe der Jahrhunderte entwickelt? Erlebt er gerade ein Hoch, parallel zur Krise der Sozialdemokratie in vielen Ländern des Westens? Wird ein erstarkendes Bewusstsein für „klassische“ konservative Werte – Heimatliebe, Patriotismus, Recht und Ordnung, das Leitbild der Ehe von Mann und Frau – von konservativer Seite wahrgenommen und begrüßt? Was ist das überhaupt: ein Konservativer? Ist Angela Merkel liberal, ist Winfried Kretschmann konservativ? Dr. Thomas Biebricher ist Associate Professor for the History of Economic Governance an der Copenhagen Business School. Sein Buch „Geistig-moralische Wende. Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus“ ist 2018 bei Matthes & Seitz Berlin erschienen.

Beginn: 20.00 Uhr, Info: www.bilderhaus.de


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